Pädagogisches Konzept der Offenen Ganztagsschule Brelingen (Stand: 28.05.2026)

                                                                                                                                                                   

 1. Rahmenbedingungen 

Die Offene Ganztagsschule Brelingen (oGTS) befindet sich in der Trägerschaft der Gemeinde Wedemark. Brelingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Wedemark in der Region Hannover. Die Einwohnerzahl von Brelingen liegt bei ca. 2200.

Die Grundschule Brelingen wird im Schnitt von 150-180 Kindern besucht und ist somit zwei- bis dreizügig. Für den Ganztagsbereich stehen neben den Klassenräumen eine Mensa, ein Textil- und ein Werkraum sowie die Sporthalle zur Verfügung. Darüber hinaus stehen Räumlichkeiten im fußläufigen Gemeindehaus des Ortes zur Nutzung bereit.

Den Kindern steht hinter dem Schulgebäude ein großer naturnaher und kinderfreundlicher Schulhof zur Verfügung.  Er umfasst neben vielfältigen Spielgeräten und einer Hügellandschaft auch einen Fußballplatz, eine Tischtennisplatte und einen Basketballbereich. Damit bietet er breit gefächerte Bewegungs- und Spielmöglichkeiten für Kinder.

Während ca. die Hälfte der Schülerinnen und Schüler am Schulort Brelingen wohnen, kommen alle weiteren Schülerinnen und Schüler aus den Ortsteilen Negenborn, Abbensen, Ibsingen, Duden- und Rodenbostel und sind Fahrschüler. 

Das Kollegium der unterrichtenden Lehrkräfte wird unterstützt durch pädagogische Mitarbeiterinnen, einer/m FSJ-ler/BFD-ler, Lernpaten und Personal zur Lernförderung. Die Ganztagsbetreuung wird durch Personal unseres Kooperationspartners des ev. luth. Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen geleistet. Neben der Schuleitung übernimmt die eingesetzte Koordinatorin die Verantwortung für die Organisation und den reibungslosen Ablauf des Ganztags.

Die Einrichtung der oGTS soll als ein Instrument zur Verwirklichung von Chancengleichheit für alle Kinder verstanden werden. Hier ist der Ort für Bildung, Begegnung und Austausch gegeben, unabhängig von Herkunft, Religion, Finanzkraft, familiärer Situation und sozialem Status.

Wir stellen außerdem die Leitgedanken unserer Schule in den Fokus der Zusammenarbeit aller Gremien und der Arbeit mit den Kindern. Wir fordern und fördern einen vertrauensvollen und respektvollen Umgang miteinander.

Das bedeutet:

  • Respekt und Rücksichtnahme
  • Wertschätzung Menschen und Dingen gegenüber
  • Freundlichkeit und Höflichkeit
  • Toleranz gegenüber andersdenkender Menschen

 

Mit der Einrichtung der offenen Ganztagsschule soll der Wille des Schulträgers umgesetzt werden, bestmögliche Bedingungen für Schulkinder und deren Familien zu sichern. 

2. Pädagogische Grundsätze  

Unser pädagogisch fundiertes Ganztagskonzept orientiert sich an den vielfältigen Bedürfnissen der Kinder und schafft eine ausgewogene Balance zwischen Anspannung und Entspannung, individuellen Interessen und gemeinschaftlichem Erleben. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Bereitstellung von Rückzugsmöglichkeiten. Kinder benötigen im Laufe des Tages immer wieder Phasen der Ruhe, in denen sie sich zurückziehen, entspannen oder allein beschäftigen können. Entsprechend werden im Ganztag bewusst Räume und Zeiten geschaffen, die der Erholung dienen und die emotionale Selbstregulation fördern. Hierfür können sowohl die Bücherei als auch kleine Nebenräume im Gemeindehaus genutzt werden.

Gleichzeitig nimmt Bewegung eine wichtige Rolle im Alltag ein. Regelmäßige sportliche und spielerische Aktivitäten unterstützen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die geistige Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder. Daher werden täglich vielfältige Bewegungsangebote integriert, die sowohl freie als auch angeleitete Formen umfassen und den Kindern Freude an körperlicher Aktivität vermitteln. Für die Umsetzung stehen der Schulhof und die Sporthalle zur Verfügung.

Neben Bewegung ist die Förderung von Kreativität ein weiterer wesentlicher Baustein. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, ihre Fantasie auszuleben und eigene Ausdrucksformen zu entwickeln. Durch Angebote wie Malen, Basteln, Musik oder Rollenspiele erhalten sie Raum, sich kreativ zu entfalten und ihre Persönlichkeit zu stärken.

Das soziale Lernen in der Gruppe bildet eine wichtige Grundlage für das Zusammenleben im Ganztag. In einem wertschätzenden und respektvollen Umfeld lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte zu lösen und Empathie für andere zu entwickeln. Gemeinsame Aktivitäten sowie klar strukturierte Regeln tragen dazu bei, ein positives Miteinander zu fördern und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Lesekompetenz. Durch eine anregende Leseumgebung werden die Kinder dazu ermutigt, Freude am Lesen zu entwickeln. Vorlesen und eigenständiges Lesen unterstützen dabei die sprachliche Entwicklung und eröffnen neue Lern- und Erfahrungswelten.

Nicht zuletzt haben gemeinsame Mahlzeiten eine besondere Bedeutung im Ganztag. In einer ruhigen und gemeinschaftlichen Atmosphäre lernen die Kinder Tischkultur, den respektvollen Umgang miteinander sowie Grundlagen einer gesunden Ernährung kennen. Gleichzeitig stärken diese gemeinsamen Zeiten das Gemeinschaftsgefühl und bieten Raum für Austausch. Weitere Informationen finden sich in unserem Verpflegungskonzept.

Insgesamt verfolgt unser Ganztagskonzept das Ziel, die Kinder ganzheitlich zu fördern, ihre individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen und ihnen einen strukturierten, zugleich aber auch lebendigen und anregenden Alltag zu ermöglichen.

 

 3. Lernzeit

Die Lernzeit ist ein fester Bestandteil des Ganztagsangebots unserer Grundschule. Sie ergänzt den Unterricht und dient der Vertiefung, Sicherung sowie Erweiterung der im Unterricht erworbenen Kompetenzen. Im Mittelpunkt steht die individuelle Förderung und Forderung der Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Lerntempi und Interessen. Die Lernzeiten finden, wenn möglich, jahrgangsintern statt.

Ziel der Lernzeit ist es, die Kinder in ihrer Lernentwicklung ganzheitlich zu unterstützen und sie zunehmend zu selbstständigem und verantwortungsbewusstem Lernen zu befähigen.

Die Lernzeit verfolgt folgende Ziele:

  • Sicherung und Vertiefung von Unterrichtsinhalten
  • Individuelle Förderung bei bestehenden Lernschwierigkeiten
  • Forderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler durch weiterführende Aufgaben
  • Entwicklung von Selbstständigkeit, Ausdauer und Lernorganisation
  • Entlastung der Familien durch die Bearbeitung schulischer Aufgaben im Ganztag

Die Lernzeit bietet einen geschützten Rahmen, in dem Lernen ohne Zeitdruck möglich ist.

Weiterführende Informationen finden sich im Konzept zur Lernzeit im Rahmen der oGTS Brelingen.

 

4. Jahrgangsübergreifende Gruppenstruktur 

Im pädagogischen Nachmittagsbereich finden die Angebote jahrgangsübergreifend für die Klassenstufen eins bis vier statt. Ein wesentlicher Vorteil liegt im sozialen Lernen: Jüngere Kinder profitieren von den Älteren als Vorbildern, während ältere Kinder Verantwortung übernehmen und ihre sozialen Kompetenzen stärken. Dieses natürliche Miteinander fördert Empathie, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Auch das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt. Jahrgangsübergreifende Gruppen lösen starre Altersgrenzen auf und fördern ein Zugehörigkeitsgefühl, das über die eigene Klasse hinausgeht. Dies kann zu einem insgesamt positiveren sozialen Klima in unserer Schule beitragen. Nicht zuletzt fördern jahrgangsübergreifende Strukturen alltagsnahe Kompetenzen: Die Kinder lernen, mit Unterschiedlichkeit umzugehen, Konflikte altersgerecht zu lösen und sich in verschiedenen Rollen zu erleben – mal als Lernende, mal als Unterstützende. Insgesamt tragen jahrgangsübergreifende Gruppen dazu bei, ein lebendiges, solidarisches und entwicklungsförderndes Umfeld im Ganztag zu schaffen.

 

5. Zeitstruktur und Rhythmisierung

Der Unterricht beginnt täglich um 7.45 Uhr und endet für die ersten beiden Jahrgänge um 11.40 Uhr und für die dritten und vierten Jahrgänge um 12.55 Uhr. Im Rahmen der verlässlichen Grundschule haben die Erst- und Zweitklässler die Möglichkeit, an einer Betreuungszeit bis 12.55 Uhr teilzunehmen.

An die jeweilige Unterrichtszeit schließt sich täglich die Ganztagsschule mit Mittagessen, Lernzeit und Nachmittagsangebot an. Diese kann freiwillig und tageweise, dann aber für ein Schuljahr verpflichtend, angewählt werden. Die Anmeldung erfolgt ca. 5 Monate im Voraus.

Im Anschluss an die Ganztagsbetreuung kann ein kostenpflichtiger Spätdienst bis maximal 16.45 Uhr und in den Schulferien eine ebenfalls kostenpflichtige Ferienbetreuung gebucht werden.

Eine Besonderheit in unserer zeitlichen Unterrichtsstruktur ist die SegeL-Zeit für alle Kinder der Jahrgänge drei und vier vor dem regulären Unterrichtsbeginn. Hierbei handelt es sich um eine tägliche, selbstgesteuerte Lernzeit von 15 Minuten. Die SegeL-Zeit vervollständigt die halbstündige Lernzeit im Anschluss an das Mittagessen. Die Bezeichnung SegeL steht für selbst gesteuertes Lernen. Diese Zeit vor der ersten Stunde ermöglicht allen Kindern der dritten und vierten Klassen, sich noch vor Unterrichtsbeginn mit selbst gewählten Aufgaben zu beschäftigen oder anfallende Hausaufgaben zu erledigen. Auf diese Weise wird die Hausaufgaben- und Übungszeit am Nachmittag (nach einem anstrengenden Schulvormittag) entlastet. Einmal wöchentlich findet anstelle der SegeL-Zeit pro Klasse eine fest installierte Bewegungszeit statt, um einen zusätzlichen Raum für Bewegung zu schaffen und die Konzentrationsfähigkeit zu fördern.

Aus schulorganisatorischen Gründen ist es notwendig, dass die SegeL-Zeit vor Unterrichtsbeginn liegt, da nur so ein einheitlicher Schulstart für alle Jahrgänge und eine einheitliche Rhythmisierung des Tagesablaufs ermöglicht werden kann.


Zeitstruktur des Schultages

6. Abschließende Bemerkungen  

Mit dem Begriff der offenen Ganztagsschule verbunden ist der Anspruch, dass Vor- und Nachmittag keine getrennten Bereiche sind, sondern auf einer gemeinsamen Vorstellung von Schule und Kooperationspartner beruhen. Das Schulteam und die Mitarbeitenden der oGTS verfolgen gemeinsam identische Bildungs- und Erziehungsziele. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der regelmäßige Austausch zwischen den Lehrkräften und dem Personal des Ganztags.

 

7. Anmeldeverfahren

Die Anmeldung erfolgt jährlich über das Online-Portal der Gemeinde Wedemark als Schulträger.