Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hat das Ziel, Kinder frühzeitig dafür zu sensibilisieren, wie ihr Handeln die Umwelt, die Gesellschaft und die Zukunft beeinflusst. Die Grundlage für BNE bilden die von den Vereinten Nationen 2015 verabschiedeten 17 Nachhaltigkeitsziele.

Durch BNE entwickeln die Schülerinnen und Schüler wichtige Kompetenzen für die Zukunft. Sie lernen Probleme zu erkennen, gemeinsam Lösungen zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig werden demokratische Fähigkeiten gefördert, da die Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen äußern, Entscheidungen mittragen und Projekte gemeinsam planen und umsetzen. Damit leistet BNE in der Grundschule einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Vorbereitung auf ein nachhaltiges Leben in einer sich immer schneller verändernden Welt.

An unserer Schule verstehen wir BNE als eine Querschnittsaufgabe, die in viele Bereiche fächerübergreifend eingebunden wird. Mit Themen wie z. B. Mülltrennung und -vermeidung, gesunde Ernährung, dem Schutz von Tieren und Pflanzen, Kinderrechte, Mitbestimmung, gewaltfreier Umgang mit Konflikten beschäftigen wir uns im Rahmen des Unterrichts oder in Projekten. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern viel mehr um das Lernen durch eigenes Tun, etwa den Anbau von Gemüse im Schulgarten oder das gemeinsame Kochen. Durch Handlungsorientierung machen die Schülerinnen und Schüler die Erfahrung, dass ihr eigenes Verhalten Auswirkungen hat.

In einem Erlass des Kultusministeriums Niedersachsen von 2021 werden Schulen dazu verpflichtet BNE in verschiedenen Handlungs- und Lernfeldern umzusetzen. Die folgende Übersicht zeigt, in welchen Bereichen wir BNE an der Grundschule Brelingen regelmäßig einbeziehen:

Umweltbildung:

  • Schulgarten: Jeder Jahrgangsstufe steht ein Beet zum Anbau zur Verfügung; darüber hinaus übernimmt eine Garten-AG von Schülerinnen und Schülern aus den 3. und 4. Klassen weitere anfallende Aufgaben. Im Sommer wird der Schulgarten auch als „grünes Klassenzimmer“ genutzt und Unterricht nach draußen verlagert. An den zweimal im Jahr stattfindenden Gartentagen helfen Eltern bei der Gartenarbeit mit.
  • Glücksgarten – Klein Brelingen: Einmal in der Woche besuchen Klassen diese am Rande von Brelingen gelegene Fläche, die uns von der Gemeinde Wedemark zur Verfügung gestellt wird. Der Glücksgarten – Klein Brelingen ist eine Besonderheit unserer Schule. Weitere Informationen befinden sich hier: Glücksgarten "Klein Brelingen".

 

  • Projektwoche „Natur und Umwelt“: Jedes Jahr findet vor den Herbstferien eine Projektwoche zu diesen Themenbereichen statt, während der auch Exkursionen z. B. zum Bissendorfer Moor oder zum Wertstoffhof in Mellendorf unternommen werden und während der die Schülerinnen und Schüler auch im Glücksgarten – Klein Brelingen tätig werden.
  • Waldtage: Da wir in Brelingen den Wald vor der Tür haben, wird er regelmäßig als Lern- und Erfahrungsort aufgesucht und genutzt.

Bildung zu nachhaltiger Mobilität:

  • Mobilitätstage: Sie finden immer im Frühjahr an drei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Je nach Jahrgangsstufe absolvieren die Schülerinnen und Schüler „Führerscheine“ für die Fortbewegung als Fußgänger, mit dem Rollbrett oder Roller und schließlich mit dem Fahrrad. Wir sprechen uns sehr für eine nachhaltige Mobilität und den Verzicht auf das „Elterntaxi“ aus und nehmen im Sommer als Schule auch am „Stadtradeln“ teil.

Demokratiebildung:

  • Soziales Lernen und Schulmediation: In den 1. und 2. Klassen steht jeweils ein Halbjahr Soziales Lernen auf dem Stundenplan u. a. als Vorbereitung für die Streitschlichterausbildung, welche die 3. Klassen absolvieren. Im 4. Schuljahr können dann die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen auf freiwilliger Basis aktiv den Streitschlichterdienst in den Pausen ausüben. Weitere Informationen befinden sich hier: Soziales Lernen und Schulmediation.
  • Erzählkreise: Von der 1. Klasse an üben die Schüler und Schülerinnen vor anderen zu sprechen und von sich zu berichten, gezielt nachzufragen oder sich auf andere zu beziehen.
  • Klassenrat und Kinderkonferenz: Je älter die Schülerinnen und Schüler werden, desto selbstständiger übernehmen sie die Verantwortung für ihren Klassenrat, eine regelmäßig stattfindende Gesprächsrunde, die sich mit konkreten Anliegen der Klassengemeinschaft beschäftigt. Einmal im Monat findet die Kinderkonferenz (KiKo) statt. Jede Klasse wird hier von zwei gewählten „KiKo-Kindern“ vertreten. Weitere Informationen befinden sich hier: Kinderkonferenz.

 

  • Monatstreffen: Hierzu versammelt sich die Schulgemeinschaft entweder in der Pausen- oder Turnhalle. Dieses Forum wird zur Präsentation von Unterrichtsergebnissen wie z. B. Liedern aus dem Musikunterricht aber auch zur Besprechung aktueller Anliegen, die alle betreffen, genutzt.

Gesundheits- und Verbraucherbildung:

  • Kochprojekt: Die 3. Klassen nehmen während eines Halbjahres wöchentlich an einem Kochprojekt teil, das in Kooperation mit dem Kulturverein Brelinger Mitte durchgeführt wird. Unter der Anleitung von Ehrenamtlichen bereiten die Schülerinnen und Schüler gesunde Gerichte zu, die natürlich auch gemeinsam gegessen werden. Es wird dafür regionales und saisonales Gemüse verwendet, wenn möglich auch aus eigenem Anbau.
  • Schulobst und Gemüse: Dies ist ein Programm, das vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Einmal in der Woche holt eine Klasse das Obst und Gemüse vom nahegelegenen Bauernhof Rothermund-Hemme ab und verteilt es auf die Klassen.
  • Gesundes Frühstück: In unserem Stundenplan sind jeden Vormittag 15 Minuten zum Frühstücken vorgesehen. Während dieser Zeit liest die Klassenlehrkraft meist etwas vor. Es ist uns ein Anliegen, dass alle in Ruhe frühstücken können, die mitgebrachten Lebensmittel gesund sind und auf unnötige Verpackungen verzichtet wird. Süßigkeiten sollen nur an Geburtstagen oder in Ausnahmefällen verteilt werden.
  • Mittagessen in der Ganztagsschule: Als Ganztagsschule bieten wir ein vegetarisches Mittagessen an. Weitere Informationen befinden sich hier: Verpflegungskonzept.
  • Mülltrennung: In jedem Klassenraum stehen verschiedene Mülleimer für Papier, Plastik und Restmüll. Außerdem sammeln wir die Abfälle von Obst und Gemüse gesondert für unseren Komposthaufen im Schulgarten.
  • Sportfest und Sporttage: Neben dem Sportfest, das immer vor den Sommerferien stattfindet, haben wir verschiedene Sporttage in den Jahrgängen eingeführt. Mithilfe von Sportvereinen können die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Sportarten wie z. B. Tennis, Handball oder Korbball kennenlernen und erproben.
  • Wandertag: Zu Beginn des neuen Schuljahres machen wir mit der ganzen Schule eine Wanderung zum Brelinger Berg. Das Ziel ist die Hubertuskuhle. Die Jahrgänge wandern aber auf unterschiedlichen Wegen dorthin.

Diese Bausteine gehören alle zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Mit einigen Projekten wurden wir bereits als „Internationale Nachhaltigkeitsschule/ Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet. Infos zur Umweltschule. Darüber hinaus werden natürlich auch noch Themen wie z. B. Kinderrechte oder Sexualerziehung als Unterrichtseinheiten behandelt, die hier nicht alle aufgeführt werden können.

Im Schuljahr 2024/2025 haben wir den „Frei Day“ als ein übergreifendes BNE-Lernformat an unserer Schule eingeführt. Das bedeutet, dass wir den Schülerinnen und Schülern der 4. Klassen die Möglichkeit geben einmal in der Woche selbstbestimmt und eigenverantwortlich an Projekten zu arbeiten, die sich mit Zukunftsfragen beschäftigen wie z. B. Klimawandel, Armut, Gleichberechtigung, Krieg und Frieden oder anderen Themen, die ihnen wichtig sind.

Durch die aufgeführten Bereiche von BNE an unserer Schule möchten wir die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen verantwortungsvoll mit sich, mit anderen und der Umwelt umzugehen. Dazu gehört die zentrale Erfahrung: Ich kann etwas bewirken.