Jedes Kind bringt seine individuelle Persönlichkeit, seine Erwartungen und Bedürfnisse sowie Kenntnisse und Erfahrungen mit in die Schule. Um allen ein harmonisches Lernen und Zusammensein in der Schule zu ermöglichen, ist uns die Förderung von sozialen Kompetenzen ein zentrales Anliegen. Hierzu gehören z. B. Selbstwahrnehmung, Einfühlungsvermögen, der Umgang mit Stress und negativen Emotionen, Rücksichtnahme, Team- und Konfliktfähigkeit. Diese Kompetenzen fördern nicht nur das Klassenklima und den Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft, sondern haben eine entscheidende Bedeutung im Zusammenleben auch außerhalb der Schule.

 

Soziales Lernen findet grundsätzlich immer statt. An unserer Schule wird es durch verschiedene, zum Teil wiederkehrende Abläufe und Maßnahmen unterstützt, wie z. B. durch  

  • gemeinsame Feste (Klasse, ganze Schule)
  • Unternehmungen in den Klassen (Ausflüge, Klassenfahrten, Theaterbesuche, gemeinsames Frühstück)
  • das Kennenlernen der Aufgaben von Feuerwehr und Polizei (Themen des Sachunterrichts) besonders unter den Aspekten „Regeln beachten“ und „Hilfe leisten“, aber auch in anderen Unterrichtseinheiten in den Fächern Religion, Werte und Normen, Deutsch und Sport (insbesondere bei Mannschafts-, Team- und Kooperationsspielen)
  • Vorführungen von Unterrichtsergebnissen, kleinen Theaterstücken oder Liedern z. B. bei Monatstreffen
  • Gesprächskreise zum Wochenstart oder -abschluss
  • Patenschaften der Drittklässler für die Schulanfänger
  • regelmäßige Klassenratssitzungen
  • monatliche Versammlung der Kinderkonferenz (KiKo)

 

Im Rahmen des Sachunterrichts greifen wir Soziales Lernen aber auch regelmäßig gezielt auf, um Lernprozesse bewusst zu gestalten und auszuwerten. Auf diese Weise wollen wir dazu beitragen, dass unsere Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstwert gestärkt werden, ihr Leben aktiv mitgestalten, respektvoll miteinander umgehen und konfliktfähig sind.

Das folgende, aufeinander aufbauende Lern- und Entwicklungskonzept soll dazu beitragen diese Fähigkeiten herauszubilden, bzw. zu stärken und zu üben:

 

In der 1. und 2. Klasse steht in einem Schulhalbjahr jeweils eine Wochenstunde Soziales Lernen auf dem Stundenplan. Die Beratungslehrerin und die Klassenlehrkraft unterrichten diese Stunde gemeinsam.

 

In der 1. Klasse geht es zunächst um die Einführung der drei grundlegenden Klassenregeln:

Ich höre gut zu. Ich melde mich leise. Ich gehe freundlich mit anderen um.

Diese drei wichtigsten Regeln werden spielerisch auf vielfältige Weise eingeübt, von den Schülerinnen und Schülern schließlich unterschrieben und hängen als großes Plakat für alle sichtbar in jedem Klassenraum. Ein weiterer Bereich des Sozialen Lernens ist die Wahrnehmung von Gefühlen sowohl bei sich selbst als auch bei anderen und darauf aufbauend der Umgang mit Streitigkeiten. Hierzu lernen die Schülerinnen und Schüler die Tipps gegen den Streit kennen: 1. Cool bleiben, kalte Schulter zeigen. 2. Der Klügere geht weg. 3. Ein klares Nein muss sein. 4. Hilfe holen – Bescheid sagen.

Auch mit der Friedensbrücke machen sich die Schüler und Schülerinnen schon in der 1. Klasse vertraut. Die Friedensbrücke ist ein Konfliktlösungsgespräch, bei dem die Konfliktpartner schrittweise aufeinander zugehen und mithilfe der Schulmediatoren aus den 4. Klassen ihren Konflikt lösen können.

 

In der 2. Klasse werden die eingeführten Klassenregeln wiederholt und weiterhin geübt. Das aktive Zuhören sowie das Erkennen und Benennen von Gefühlen steht im Vordergrund.

Selbstreflexion, sich die eigenen Stärken, Besonderheiten und Vorlieben bewusst zu machen, ist im weiteren Verlauf dieser Unterrichtsstunden ein Thema und genauso alle Klassenmitglieder in ihrer Verschiedenheit wahrzunehmen und zu akzeptieren. Das Konfliktlösungsgespräch mit der Friedensbrücke wird erneut aufgegriffen und mit Rollenspielen geübt.

 

In beiden Jahrgängen übernimmt die Klassenlehrkraft anschließend die Aufgabe die eingeführten Inhalte fortzuführen. Die Schülerinnen und Schüler werden zudem regelmäßig bestärkt die Friedensbrücke als Konfliktlösungsmöglichkeit im Bewusstsein zu behalten und im Alltag zu nutzen.

 

In der 3. Klasse verwenden wir dann eine Sachunterrichtsstunde dazu, mit der ganzen Klasse eine Streitschlichterausbildung durchzuführen, die ein Schulhalbjahr dauert. Sie wird von der Beratungslehrerin durchgeführt. Die Ausbildung baut auf den Inhalten des Sozialen Lernens auf und befähigt die Schülerinnen und Schüler ein Mediationsgespräch zu leiten. Anschließend werden geeignete Schülerinnen und Schüler ausgesucht, die freiwillig im folgenden Schuljahr (4. Klasse) in den großen Pausen als Schulmediatoren tätig werden wollen. Streitschlichtungsgespräche finden mithilfe der Friedensbrücke auf dem Schulhof statt.

Auch wenn nicht alle Schülerinnen und Schüler den Streitschlichterdienst aktiv ausführen, ist es aus unserer Sicht für alle ein Gewinn sich mit einer Methode vertraut zu machen, die einen produktiven und friedlichen Umgang mit Konflikten aufzeigt.

 

Besonders schwierige Konflikte sollen in Begleitung einer erwachsenen Mediatorin durchgeführt werden. Dazu können z. B. die Stunden der Beratungslehrerin genutzt werden.